
Zunehmend ist von erneuerbaren Energien die Rede. Doch was steckt genau hinter dieser Bezeichnung? Welcher Nutzen lässt sich konkret aus ihrer Verwendung ziehen?
Sonnenwärme, Wasser- und Windkraft, Bioenergie und Erdwärme sind erneuerbare Energien. Es handelt sich also um Energie aus natürlichen Kreisläufen. Das heißt, sie gehen niemals zur Neige - im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl oder Erdgas, deren Vorkommen in der Natur begrenzt ist. Das Interesse an erneuerbaren Energien wächst in dem Maße, wie die Preise für fossile Brennstoffe steigen. Nach dem gleichen Prinzip werden Forschungsmittel gekürzt, sobald die Erdölkurse fallen. Dabei ist es langfristig durchaus von strategischem Interesse, die Nutzung erneuerbarer Energien voranzutreiben:

zunächst einmal, weil die Gewinnung, die Umwandlung, der Transport und der Verbrauch fossiler Brennstoffe die Ursache für den größten Teil der Umweltschäden darstellt, die der Mensch heute verursacht: Verstärkung des Treibhauseffekts, Luft-, Boden- und Wasserverschmutzung, saurer Regen usw.
außerdem, weil die fossilen Energiequellen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen - Erdgas- und Erdölvorkommen reichen vielleicht noch hundert und die Kohlereserven zweihundert Jahre.
Durch Einsparungen bei der Verwendung dieser Rohstoffe reichen die Vorkommen länger.
und schließlich, weil Energiekosten heutzutage sowohl für Industrie, Handwerk und Gewerbe, öffentliche Einrichtungen und Haushalte eine bedeutende Ausgabe darstellen.
Anwendungsbereiche für erneuerbare Energien zu erschließen ist also nicht nur Sache des Staates, sondern auch der Privatverbraucher. Denn gerade für sie gibt es interessante Lösungen, die nicht nur die Umwelt, sondern auch die Geldbörse schonen:
Heizen mit Holz in Gegenden mit reichem Forstbestand, Warmwasserbereitung mit Solarenergie in sonnigen Gegenden, Biogasproduktion bei der Tierzuchthaltung, Betreiben von Wasserpumpen mit Windkraft und - egal ob ländliches Gebiet oder Stadt - das Heizen von Ein- oder Mehrfamilienhäusern mit Erdwärme.


Sie kann mittels eines Wasserkreislaufs zur Beheizung von Wohnräumen (direkte Bodenheizung) oder zur Deckung des Warmwasserbedarfs (Warmwasser und Schwimmbecken) verwendet werden. Die Wärme kann auch „passiv“, durch eine entsprechende Bauweise, aufgenommen werden: man spricht hier von Biologischer Architektur oder Biotektur. Diese kann aber bisher nur ergänzend eingesetzt werden.

Die Menschen nutzen seit Tausenden von Jahren die Energie des Wassers, die eine wichtige Rolle beim wirtschaftlichen Aufschwung in Europa spielte. Heute werden ungefähr 15% des Stroms in Frankreich aus Wasserenergie gewonnen. Leider bietet sich aber hier kein weiteres Nutzungspotenzial.

Windräder, auch Windgeneratoren genannt, werden zur Zeit vorrangig zur Stromerzeugung eingesetzt, insbesondere in den Küstenregionen Nordeuropas (Windradfarmen). Dank der Fortschritte bei den Blattprofilen ist die Lärmbelästigung heute viel geringer, aber die Windräder bleiben trotzdem umstritten, insbesondere aufgrund ihrer Auswirkungen auf das Landschaftsbild und die Vogelwelt.

Holz ist und bleibt die vielseitigste Energieart; es ist hocherneuerbar, was eine bessere Pflege und Nutzung der Wälder ermöglicht. Die neuen Heizkessel (Turboholz, gehacktes Holz usw.) bieten eine hervorragende Leistung und erzeugen 2-4 mal weniger Treibhausgas als Heizölkessel.

Es entsteht bei der Zersetzung von organischen Stoffen im luftfreien Raum und kann in Deponien für Haushaltsabfälle erzeugt werden (natürliche Methanisierung der Abfälle), entweder durch anaerobe Fermentierung der Ausstöße der Industrie oder der Schlämme aus Klärwerken oder durch die „Faulung“ von Abfällen aus der Viehhaltung. Biogas, dessen Hauptbestandteil Methan ist, kann in der näheren Umgebung seiner Produktionsstätten genutzt werden.

Raps und Sonnenblumen können zur Energieerzeugung angebaut werden. Man gewinnt daraus einerseits pflanzliche Öle und deren Derivate, andererseits Alkohol und dessen Derivate die bekanntesten sind Diester oder Methylester aus Raps. Diese Produkte können als Bio-Brennstoffe für den Transport oder zum Heizen verwendet werden, entweder pur oder gemischt mit Diesel oder Heizöl.

Die Erdkruste ist heiß. Das Wasser tief im Erdreich, das durch den Kontakt mit der Erdkruste erwärmt wird, wird schon seit der Antike in einigen Gegenden zum Beheizen von Thermen, Gewächshäusern und Gebäuden genutzt: diese Energieform nennt man Erdwärme. Heute wird der Begriff aber weitreichender verwendet: er bezeichnet ganz allgemein die Gewinnung von Energie aus dem Boden.
Die Erdwärmeheizung mit im Erdreich verlegten Kollektoren bietet heute ganz neue Möglichkeiten zur Nutzung der im Boden enthaltenen Erdwärmeenergie zum Beheizen von Wohnräumen unabhängig von der Gegend und ohne tiefe Bohrungen oder hohe Investitionen: die im Boden enthaltenen Wärmeeinheiten werden in geringer Tiefe entnommen.